|
Das Gebiet des Val de Salm und der Quellen der
Ourthe
Es handelt sich um eine der typischsten Ecken der Hohne Ardennen.
Sie empfängt Naturliebhaber, in einem „grünen Schmuckkästen“, einer
Wechsellandschaft mit tiefen Tälern, schlammigen Hochebenen, dunklen
Wäldern und Flüssen in denen kristallklares Wasser fließt. Gelegen im
äußersten Nordosten der Provinz Luxembourg erstreckt das Gebiet des
Val de Salm und der Quellen der Ourthe sich über die Gemeinden
Vielsalm und Gouvy.
Es liegt im Herzen der Hohen Ardennen in einer Höhe von
durchschnittlich 450 Metern. Der höchste Punkt ist mit 652 Metern die
Baraque de Fraiture, der dritthöchste Punkt Belgiens, welche für ihre
Ski Pisten bekannt ist. Der niedrigste Punkt befindet sich in Grand-Halleux,
das in einer Höhe von 300 Metern liegt.
Die Lage dieser Gegend ist ideal: im Norden, in der Nähe der
Provinz Lüttich, unweit der Wasserfälle von Coo, der Rennstrecke von
Spa-Francorchamps und den Grotten von Remouchamps. Im Westen befindet
sich die Grenze zum Großherzogtum Luxembourg, die 20 km von Vielsalm
und nur 5 km von Gouvy entfernt ist. Im Süden, wenige Kilometer
entfernt von La Roche und Bastogne.
Die zahlreichen Dörfer der zwei Gemeinden Vielsalm und Gouvy besitzen
ein umfangreiches Kultur- sowie Architekturgut, darunter Kirchen,
Schlösser und Kapellen. Diese Sehenswürdigkeiten können dank der von
den beiden Verkehrsämtern markierten bzw. ausgezeichneten Spazierwegen
besichtigt werden.
Bevölkert seit dem höchsten Altertum wimmelt diese Gegend förmlich von
Überresten die von reicher Vergangenheit zeugen, sei es auf Ebene der
Menschheit oder auf Ebene der Architektur. Das Gebiet des Val de Salm
und der Quellen der Ourthe ist die antike Wiege der Comtes de Salm,
eine der bekanntesten Familien des feudalen Europas. Die Grafschaft
bestand aus 40 Dörfern und 4 Lehnsherrschaften, unabhängig bis zum XI
Jahrhundert.
Diese wunderbaren Ecken unseres Landes bieten eine Vielfalt an
Landschaften: Graslandschaften, Obstgärten, Wälder bestehend aus
Laubbäumen und aus Fichten teilen sich kleine Täler und Abhänge, an
denen eine große Anzahl an Bächen herunterbraust, die dann später in
der orientalischen Ourthe oder der gewundenen, schnellen Salm, der
dieses schöne Tal seinen Namen verdankt, münden.
Es ist hervorzuheben dass der Fluss SALM, der aus den Flüssen GLAIN
und RONCE entsteht, welche wiederum das Resultat von zahlreichen
hübschen kleinen Bächen unterschiedlichster und verrücktester Form
sind, in den Hohen Ardennen unweit der Quelle der OURTHE entspringt.
Diese beiden Quellen befinden sich in der Gegend von Beho, unweit der
Grenze zum Großherzogtum Luxembourg. Nach Zurücklegen einer Strecke
von 20 km fließt die SALM in Trois-Pont, gelegen in der Provinz
Lüttich, mit der Amel zusammen. Die GLAIN besitzt den Namen SALM
flussabwärts von Salm-Château seit Gründung der Lehnsherrschaft.
Nennenswert sind ebenfalls die zahlreichen kleinen friedlichen Dörfer,
die entlang des Laufes der SALM angenehm verstreut liegen. Sie
befinden sich sowohl am rechten als auch am linken Ufer dieses
launenhaften Flusses.
Beim Spazierengehen kann man die verwunderliche Stille genießen, an
einem der Bäche entlanggehen die sich durchs Land schlängeln oder im
Walde rauschen und somit den Gesang des Wassers ertönen lassen, man
kann den Bewegungen der Bäume im Wind oder dem Knacken eines Astes
unter den Hufen eines Rehs lauschen, das sie begleitet…
Man findet beinahe überall alte Bauernhöfe mit ihren dicken Mauern und
ihren schwach abfallenden Dächern, bedeckt von großen abgerundeten
Schiefern; hier eine Kirche oder Kapelle mit ihrer Geschichte; dort
sehr seltene Felsen, einzigartig auf der ganzen Welt, wie der berühmte
Coticule, aus dem die famosen Rasiersteine hergestellt werden.
Sie werden eine Vielzahl von interessanten Pflanzen entdecken:
Farne, Bäume, die schon längst ihre Legende besitzen, seltene
Blumenarten, Pilze, Früchte,…Am zweiten August Wochenende wird in
Gouvy das Fest der Himbeere gefeiert. Das Fest der Heidelbeere, aus
der man sowohl Alkohol als auch Likör herstellt, findet am 21. Juli
mit einem brillanten, internationalen und folkloristischen Umzug in
Vielsalm statt. Ihm geht der famose „Sabbat des Macralles (Sorcières)“
voraus, den man 20. Juli feiert.
Auf der Landkarte scheint das Gebiet des Val de Salm und der Quellen
der Ourthe, luxemburgische Enklave der Region Lüttich, heute etwas
isoliert. Diese ganz relative Isolierung hat es ermöglicht die
Echtheit sowie verschiedene Glanzstücke dieser Gegend zu bewahren.
Wenn man durch die kleinen Dörfer zwischen Vielsalm und Gouvy fährt
bemerkt man dass sie einem in vollem Charme und voller Echtheit
erscheinen: man befindet sich in einer zauberhaften Gegend,
umschlossen von St.Vith im Westen und Bastogne und Houffalize im Süden,
die drei Städte die bei der Schlacht der Ardennen Ende des zweiten
Weltkrieges beinahe vollständig zerstört wurden. Selbst wenn nur kaum
Narben zurückgeblieben sind, verschiedene Denkmale zeugen davon dass
in dieser Gegend gekämpft wurde.
Die verschiedenen Dörfer haben ihre ursprüngliche Art beibehalten:
niedrige Bauernhöfe mit aus Schiefern oder Steinen bestehenden Mauern
und schwach abfallenden Dächern die ebenfalls mit Schiefern bedeckt
sind (dicken und unregelmäßigen Ziegeln), die rund um die Dorfkirche
herum errichtet wurden. In jedem Dorf wurde mit lokalem Material
gebaut, was die verschiedenen Arten von Schiefern, die bei dem
Errichten verwendet wurden, erklärt. In der Umgebung von Gouvy war es
zudem sehr üblich die Gebäude mit Kalk zu bleichen, in Vielsalm
hingegen ließ man sie gewöhnlich in ihrem ursprünglichen Zustand.
Gleich welche Qualität von Schiefer auch verwendet wurde, die meisten
der Bauernhöfe entsprechen dem typisch Bild der Ardennen: Wohnung und
Stall direkt nebeneinander, einerseits zum Schutz des Viehs, das
wertvollste Gut überhaupt, und andererseits um von seiner Wärme
profitieren zu können, Scheune, Heuscheuer und Schafstall weiter
abgelegen.
Die Gemeinde Vielsalm: 7000 Einwohner, 23 Dörfer, 8.200 Hektar von
den 14.000 Hektar, die sich im Besitz der Gemeinde befinden, sind von
Wäldern bedeckt und 200 vom „Grande Fagne du Pauteau des Tailles“, das
als Naturschutzgebiet gilt. Zwischen der westlichen und östlichen
Grenze der Gemeinde liegen 30 km.
Das Waldgebiet der Einheit Vielsalm ist unter zwei Kategorien von
Eigentümern aufgeteilt: der private, hauptsächlich harzige Wald, in
dem die gewöhnliche Rottanne der dominierende Baum ist, und der dem
Forstregime unterliegende Wald. Dieser besteht dank der Anwendung der
TURNER Methode, welche die Bediensteten der Verwaltung des Forstwesens
seit 1930 vorschreiben, aus verschiedenen Arten von Bäumen. Diese
Wälder wurden schrittweise in gemischte Baumbestände verschiedenen
Alters umgewandelt, zur Rottanne gesellten sich Laubbäume,
hauptsächlich die Buche. Auch andere harzige Bäume kamen hinzu, wie
die Vogesentanne und die grüne Douglastanne. Der Staatswald von
Grand-Bois bietet ein fabelhaftes Beispiel eines solchen Waldes. Das
Resultat dieser Bewirtschaftung ist ein produktiver, ausgeglichener,
standfester und schöner Wald. Als Zufluchtsort für Wildtiere
beherbergt er die großen Vertreter der Tierwelt unseres Landes. Dieser
Wald, Quelle von Ruhe und Entspannung, wurde der Öffentlichkeit zur
Verfügung gestellt. Das Gebrauchen von sanften
Bewirtschaftungs-Methoden basiert auf der Anwendung von urtümlichem
Know-how, unterstützt von modernen Techniken. Dieses Know-how setzt
seine Entwicklung in Richtung des Waldes des 21. Jahrhundert fort, und
dies mit dem Prinzip von ständiger Weiterentwicklung.
Die Gemeinde Gouvy: 4500 Einwohner, 23 Dörfer, unter anderem das Dorf
Beho, wo einerseits die Quelle der orientalischen Ourthe zu finden ist
und das sich andererseits an einer prachtvollen und farbigen Kirche
erfreut, die aus dem Jahre 1100 entstammt und im Herzen des Dorfes
liegt. Die Gemeinde ist außergewöhnlich reich an Naturschutzgebieten
sowie Vogelschutzgebieten, es gibt 12 geschützte Bereiche, die in 4
Gebieten gruppiert sind und eine Flächenausdehnung von 50 Hektar
erreichen. Ihr Ziel ist es die Schönheit und den Reichtum der Natur
der Gemeinde zu bewahren. Sie gehören dem Programm „Schwarzstorch“ an,
dessen Ziel es ist ein Netz von Naturschutzgebieten zu erstellen die
dann als Lebensraum für diesen Wandervogel dienen, der während eines
ganzen Jahrhunderts aus unserer Region verschwunden war und sich erst
in den 80 Jahren wieder in den Ardennen niedergelassen hat. Diese
Gebiete sind offen für jeden, es besteht auch die Möglichkeit von
Führungen durch die die Freuden und Schönheiten unseres natürlichen
Vermögens entdeckt oder neu entdeckt werden können. |